Mobilitätsmesse nutzt alle Vorteile des Ringes

FDP BESUCH BEI DER EMODROM GMBH FÖRDERT VERSTÄNDNIS / STADT KANN KEINE RISIKEN EINGEHEN

29. September 2018 Autor: zg

 

Die Fraktion der FDP/LfH nahm die Einladung der Emodrom GmbH zu einem Informationsgespräch über die Weiterentwicklung des Hockenheimringes gerne an. Tim Brauer begrüßte die Stadträte Frank Köcher-Hohn und Klaus Jahnke sowie die Vorsitzende der FDP Hockenheim, Claudia Loff.

Bei einem ersten Überblick über den Ring konnten die Besucher die von der Hockenheim-Ring GmbH bereits zu einem Teil ausgetauschten Sitze und die von der Emodrom Bau GmbH begonnenen Arbeiten für das Porsche-Experience-Center erkennen.

Gleich zu Beginn äußerte sich Tim Brauer überrascht und enttäuscht darüber, dass es nach jahrelanger Vorarbeit durch ihn und seinen bereits seit sieben Jahren bei der Emodrom engagierten Kollegen Thomas Riester und regelmäßiger Information der Gesellschafterversammlung doch noch zu vielen Diskussionen der Gemeinderatsfraktionen kam, als die Entscheidung zum Porsche-Experience-Center anstand. Daraus habe die Emodrom GmbH die Notwendigkeit direkterer Information der Gemeinderatsfraktionen abgleitet und die Fraktionen zu Gesprächen eingeladen.

Gemeinderat eng eingebunden

Die Stadträte Frank Köcher-Hohn und Klaus Jahnke erläuterten, dass das Thema Hockenheimring immer schwierig sei. „In den letzten Jahren ist so viel passiert, dass man mit einer gewissen Skepsis an das Thema geht. Der Umbau der Rennstrecke vor vielen Jahren wirft immer noch seine Schatten voraus“, so Köcher-Hohn. Tim Brauer lobte trotz alledem, dass die Stadträte ausführlichst über den Vertragsinhalt unterrichtet wurden und sich mithilfe eines Rechtsbeistands in einer aktiveren Rolle der Gestaltung sahen.

Brauer erläuterte die erarbeiteten Pläne zur weiteren Zukunftssicherung des Hockenheimrings und anstehende Entscheidungen. In der Nähe der Einfahrt der Contibrücke ist ein E-Kart-Parcours mit einem Gebäude zur Lagerung der Fahrzeuge geplant. Das Gebäude würde auch den dringenden Bedarf der Polizei und auch der Emodrom GmbH nach einer Unterkunft decken. Derzeit muss die Emodrom GmbH wieder in ein temporäres Winterquartier umziehen, da die Räume in der Südtribüne nicht winterfest sind.

Ob, wie Stadtrat Köcher-Hohn nachfragte, das neue Gebäude auch für Feuerwehr und DRK geeignet und damit zu einer richtigen Einsatzzentrale werden solle, sei noch nicht klar, so Brauer. Auch würde noch diskutiert, inwieweit das Gebäude eine Änderung der Fluchtwege erzwingen werde. Eine solche Neukonzeption wurde von Brauer und den Stadträten angesichts der vielen Schneisen in und durch den Wald als lösbar angesehen.

Interessiert verfolgten die Anwesenden die Ausführungen zu einer Emodrom-Academy. Bereits jetzt nutzten und schätzten Hochschulen das inspirierende Flair des Hockenheimringes, um kreative neue Lösungen und Forschungen zu finden, beziehungsweise durchzuführen. Brauer führte aus, dass bereits mehrere Hochschulen und auch Firmen mit der Emodrom GmbH im Gespräch seien. Auf Nachfrage versicherte er, dass die Internetkapazität dafür ausreichend sei. Allerdings müsse in die Strominfrastruktur noch investiert werden. Sie seien darüber mit den Stadtwerken Hockenheim bereits im Gespräch.

Fahrgefühl ermöglichen

Eine Premiere kündigte Tim Brauer mit dem „e4-testival“ am 27. und 28. Oktober an. Von E-Bike über E-Auto bis autonomes Fahren würden die Themen gespannt. Auf dieser öffentlichen Mobilitätsmesse würde der Hockenheimring seinen Vorteil von ausreichenden Teststrecken ausspielen, so Brauer. Die Besucher seien über die Produkte einer Mobilitätsmesse oft schon sehr gut informiert, es fehle ihnen für eine Kaufentscheidung jedoch das Fahrgefühl, das Hockenheim bieten könne.

Die FDP-Vorsitzende Claudia Loff warb um Verständnis für die Zurückhaltung der Hockenheimer Bürger für weitere Investitionen in den Ring. Zwar habe sich der Gemeinderat für das Porsche-Experience-Center entschieden, eine Beteiligung der Stadt an Investitionen sei jedoch ausgeschlossen. Gerade erst habe der Gemeinderat eine Investition in die Schulentwicklung von über 20 Millionen Euro über viele Jahre gestreckt. Eine weitere große finanzielle Beteiligung bei Investitionen im Ring sei der Bevölkerung nicht vermittelbar.

Tim Brauer bekundete Verständnis dafür, dass die Stadt keine weiteren finanziellen Risiken eingehen könne, und verwies darauf, dass in solchen Fällen mit Investoren gearbeitet werden könne und müsse. zg

Veröffentlicht am: Dienstag, 02.10.2018.